So profitieren Schnäppchenjäger vom günstigen Dollar
April 29, 2011
Wer demnächst in die USA fliegt, kann sich die Hände reiben. Weil der Dollar zum Franken so tief ist wie noch nie, wird nicht nur der Aufenthalt günstiger. Produkte wie Schuhe, Kleider oder Kosmetika, die in den USA bereits bisher billig waren, werden zum Schnäppchen. Wer Levi’s-Jeans oder Converse-Turnschuhe in der Schweiz einkauft, profitiert hingegen nicht. Die Händler geben die Währungsvorteile nicht weiter. Wer vom tiefen Dollar profitieren will, muss direkt in den USA bestellen.
Das ist nicht ganz ohne. Grundsätzlich gilt bei Bestellungen im Ausland: Meist fallen hohe Versandkosten an und oft werden die Kunden von Gebühren überrascht, die erst an der Schweizer Grenze anfallen (Zoll, Mehrwertsteuer, Verzollungspauschale). Am günstigsten fährt man, wenn die Post das Paket ausliefert. Dann fallen bis zu einem Gesamtwert von 62 Franken (inklusive Versandkosten) keine solchen Gebühren an.Bei Bestellungen in den USA kommt hinzu, dass nicht alle Internetverkäufer in die Schweiz liefern. Entweder, weil ihnen der Aufwand zu gross ist oder weil es ihnen die Markenartikel-Hersteller verbieten. Mit diesen Tipps vermeiden sie böse Überraschungen.
Shops mit Fixpreisen
Mehrere amerikanische Markenshops und Warenhäuser bieten heute Preise an, die sämtliche Zollgebühren bereits beinhalten. Dazu gehören die Kleiderketten Gap, Banana Republic und Old Navy, der Schuhhändler Piperlime, die Jeansmarke True Religion oder das Warenhaus Saks Fifth Avenue. So lässt sich genau berechnen, ob und wie viel man bei der Online-Bestellung spart. Ein Beispiel: Die Frauenjeans von True Religion (Billy, Straight Leg) aus den USA kostet so 380 Franken (inklusive 100 Franken Versand und aller Gebühren). Das ist viel Geld, allerdings kostet die gleiche Hose im Schweizer Handel 600 Franken – fast 60 Prozent mehr.
Umpackdienste
Falls ein Shop nicht in die Schweiz ausliefert, schaffen Dienste wie Bongous.com, Shipito.com, Myus.com oder Viaddress.com Abhilfe. Sie richten ihren Kunden ein Postfach in den USA ein und schicken das Paket gegen eine Gebühr weiter in die Schweiz. Auf Wunsch (und gegen einen Aufpreis)packen sie auch mehrere verschiedene Bestellungen platzsparend in eine einzige Schachtel. Der «K-Tipp» testete einen solchen Dienst letzten Sommer und zahlte für eine Bestellung mit Sonnenbrille, Goretex-Jacke, Jeans, Boxershorts und Turnschuhen 1090 Franken statt 1470 Franken. Damals kostete der Dollar noch 1,15 Franken. Aktuell hätte die US-Bestellung sogar nur 850 Franken gekostet (inklusive Verzollungsgebühren und Mehrwertsteuer, die erst im Nachhinein verrechnet wurden).
Shops ohne Versandkosten
Das gibt es tatsächlich. Fragrancex.com ist das Paradebeispiel. Der Versand für Parfüm, Make-up und Kosmetika liefert gratis in die Schweiz. Ein Creme-Lidschatten der Marke Benefit kostet so 16 statt 33 Franken. Das Parfüm Burberry Brit for Men (100 ml) gibt es für 35 statt 90 Franken. Und solange die Bestellung günstiger ist als 62 Franken, liefert sie die Post gratis aus.